Die richtige Wahl im Weiterbildungs-Dschungel


    Publireportage


    Der Schweizer Weiterbildungsmarkt bietet Bildungsfachpersonen eine grosse Auswahl. Schwieriger als das Finden eines Lehrgangs ist deshalb oft die Entscheidung, welches Angebot fachlich, persönlich und beruflich tatsächlich passt. Abschluss, Preis und Kursort liefern dafür nur einen Teil der Antwort. Entscheidend sind Lernziele, Praxisbezug, Lehrpersonen, Lernform, Transfermöglichkeiten – und die Frage, welchen zusätzlichen Nutzen ein Bildungsanbieter über den eigentlichen Unterricht hinaus bietet.

    (Bild: zVg) Die richtige Wahl einer Weiterbildungsanbieterin beziehungsweise eines Lehrgangs ist ein Prozess. Aber es lohnt sich, wenn man sich gut informiert – speziell bei der Frage: «Was möchte ich nach dieser Weiterbildung besser können als heute?»

    Wer selbst in der Bildung tätig ist, stellt an die eigene Weiterbildung meist hohe Ansprüche. Ausbilderinnen, Berufsbildner, Coaches, betriebliche Mentorinnen oder Bildungsmanager kennen unterschiedliche Lernformen und didaktische Konzepte. Trotzdem kann ein Lehrgang fachlich gut sein und nicht zur eigenen Situation passen. Die erste Frage sollte deshalb nicht lauten, welcher Lehrgang interessiert, sondern: Was möchte ich nach dieser Weiterbildung besser können als heute? Vor der Suche lohnt sich deshalb eine genaue Standortbestimmung mit diesen Fragestellungen: Welche Kompetenzen fehlen mir? Welche Aufgaben möchte ich künftig übernehmen? Benötige ich einen anerkannten Abschluss? Oder geht es primär um neue Methoden, Wissen und zusätzliche Handlungskompetenz?

    Der LWO Weiterbildungsratgeber
    Für solche Situationen hat die Lernwerkstatt Olten (LWO) einen Ratgeber entwickelt, der bei der Suche eines passenden Seminaranbieters hilft: lwo.ch/ratgeber Der Ratgeber zeigt auf, worauf man zu achten hat, damit man auch jene Weiterbildung aussucht, die nachhaltig und passend ist für die eigenen Bedürfnisse und Ziele. Der Ratgeber zeigt beispielsweise, welche Zertifikate auf seriöse Anbieter hinweisen. Eine praktische Checkliste hilft zudem, verschiedene Angebote zu vergleichen und das für die eigenen Wünsche beste auszuwählen.

    Entscheidend ist, was in der Praxis ankommt
    Dies sind entscheidende Abklärungen, denn gerade bei beruflicher Weiterbildung reicht es nicht, Inhalte zu verstehen. Und hierbei geht es nicht einfach um den Wissenstransfer, sondern auch um die Wahl des richtigen Weiterbildungsanbieters. Ein Beispiel: Das Gelernte muss in konkreten Situationen angewendet werden können. Die Forschung zum Lerntransfer zeigt, dass dieser Transfer keineswegs automatisch stattfindet. Eine systematische Auswertung von 19 Metaanalysen zur betrieblichen Weiterbildung identifiziert unter anderem das Weiterbildungsdesign, geeignete Lehrmethoden, Motivation und Selbstwirksamkeit sowie die Bedingungen im Arbeitsumfeld als wichtige Einflussfaktoren. Für die Auswahl eines Lehrgangs ergibt sich daraus ein sehr praktischer Ansatz. Nämlich jener, wie stringent der Weg ist vom vermittelten Wissen zur eigenen Anwendung.

    LWO Co-CEO Daniel Herzog: «Das Wort ‘Praxisorientiert’ steht zwar in zahlreichen Ausschreibungen. Interessierte sollten aber überprüfen, was konkret damit gemeint ist. Arbeiten die Dozierenden selbst in den Bereichen, über die sie unterrichten? Werden reale Fälle behandelt? Können Teilnehmende eigene berufliche Fragestellungen einbringen? Gibt es Transferaufträge, Praxisprojekte, Übungen und qualifiziertes Feedback?»

    Die Lernwerkstatt Olten (LWO) verfolgt mit «Praktiker/innen lernen von Praktiker/innen» einen entsprechenden Ansatz. Modelle und theoretische Grundlagen werden mit konkreten Anwendungsbeispielen und den Erfahrungen der Teilnehmenden verbunden. Für Bildungsfachpersonen ist diese Verbindung besonders wichtig: Eine Theorie über Gruppendynamik erklären zu können ist etwas anderes, als eine schwierige Gruppensituation professionell zu bearbeiten.

    Gute Fachleute sind nicht automatisch gute Dozierende
    Personen, die eine Weiterbildung gestalten, gehören zu den wichtigsten Auswahlkriterien für eine Weiterbildungsentscheidung. Gute Erwachsenenbildung verlangt nebst Fachkenntnis zusätzlich didaktische und methodische Kompetenz, Erfahrung in der Lernbegleitung sowie die Fähigkeit, unterschiedliche berufliche Erfahrungen in einen Lernprozess einzubeziehen. Und es muss ersichtlich sein, wie die Qualität und Weiterentwicklung der Dozierenden sichergestellt wird.

    Auch die Schweizer Qualitätsnorm eduQua misst der fachlichen sowie didaktisch-methodischen Kompetenz der Ausbildenden und Lernbegleitenden einen hohen Stellenwert bei. Das Qualitätslabel bietet damit eine wichtige Orientierung. Es beantwortet allerdings nicht die persönliche Frage, ob ein konkreter Lehrgang zu den eigenen Zielen und zur eigenen Lernbiografie passt.

    Die Lernform muss zum Lernziel passen
    Und da ist auch noch die Frage der Lernform zu klären: Präsenzunterricht, Live-Webinare, Selbstlernphasen und Blended Learning haben unterschiedliche Stärken. Entscheidend ist nicht, welches Format moderner wirkt, sondern ob es für die angestrebten Kompetenzen sinnvoll eingesetzt wird. Auch hier ein Beispiel: Gesprächsführung, Coaching oder Moderation brauchen beispielsweise Interaktion, Übung und Feedback. Wissensinhalte lassen sich teilweise sehr gut digital erarbeiten. Bei berufsbegleitenden Lehrgängen kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Weiterbildung muss mit Beruf, Familie und anderen Verpflichtungen vereinbar bleiben.

    Vor einer Anmeldung lohnt es sich deshalb, nach dem tatsächlichen Zeitaufwand, der Betreuung zwischen Unterrichtstagen, den Möglichkeiten zum Wechsel einzelner Kurstage und der Organisation von Präsenz- und Onlinephasen zu fragen. Flexibilität ist bei einer länger dauernden berufsbegleitenden Weiterbildung kein Komfortmerkmal, sondern kann entscheidend dafür sein, ob sie erfolgreich abgeschlossen werden kann.

    Welchen Wert hat der Abschluss?
    Im Schweizer Bildungssystem spielen formale Abschlüsse eine wichtige Rolle. SVEB-Zertifikate, eidgenössische Fachausweise, höhere Fachprüfungen sowie CAS, DAS und MAS erfüllen unterschiedliche Funktionen. Ein klangvoller Titel allein sagt deshalb wenig darüber aus, welcher Bildungsweg für die eigene berufliche Entwicklung sinnvoll ist.

    Vor der Entscheidung sollte geklärt werden, ob der angestrebte Abschluss im Schweizer Bildungssystem positioniert ist und welchen Stellenwert er in der jeweiligen Branche besitzt. Auch sollte man die Anschlussmöglichkeiten prüfen. Und ob beispielsweise auch Subventionsbeiträge zur Finanzierung infrage kämen.

    Am wichtigsten ist jedoch: Der Abschluss ist nur ein Teil des Nutzens. Für die berufliche Entwicklung zählt die Kombination aus formaler Anerkennung, erworbenen Kompetenzen, Erfahrung und der Fähigkeit, diese Kompetenzen im Berufsalltag einzusetzen.

    Ein Bildungsanbieter ist auch ein berufliches Netzwerk
    Für Bildungsfachpersonen lohnt sich noch ein weiterer Blick: Was bietet ein Anbieter ausserhalb des eigentlichen Lehrgangs? Berufliche Entwicklung findet nicht nur im Unterricht statt. Der Austausch mit anderen Ausbilderinnen, Berufsbildnern, Coaches, Mentorinnen und Personalentwicklern eröffnet Einblicke in andere Branchen und Arbeitsweisen. Kontakte können Jahre über einen Lehrgang hinaus wertvoll bleiben.

    Die LWO ergänzt ihre Lehrgänge deshalb mit Fach- und Netzwerkveranstaltungen wie der Ausbilder-Akademie, dem Berufsbildungs-Event und dem Coaching-Mentoring-Event. Neu gibt es auch eine HR-Akademie und die TA Praxis-Akademie. Workshops, Fachinputs, Erfahrungsaustausch und Networking bringen Bildungsfachpersonen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern zusammen. Damit erweitert sich der Lernraum über das eigene Bildungsangebot hinaus.

    JoW


    Acht Fragen, die man sich stellen sollte:

    1. Welche konkrete Kompetenz möchte ich entwickeln?
    2. Passt der Lehrgang zu meiner heutigen oder angestrebten Tätigkeit?
    3. Wie werden Theorie und berufliche Praxis verbunden?
    4. Welche fachliche und didaktische Erfahrung besitzen die Lehrpersonen?
    5. Wie wird der Transfer in meinen Berufsalltag unterstützt?
    6. Passen Lernform, Zeitaufwand und Organisation zu meiner Situation?
    7. Welchen Stellenwert hat der Abschluss in der Schweiz und in meinem Berufsfeld?
    8. Welche Fach-, Austausch- und Netzwerkmöglichkeiten bietet der Anbieter zusätzlich?
    Vorheriger ArtikelNeutralität und EU-Verträge: Weichenstellungen für die Zukunft
    Nächster Artikel«Das Bezirksratsamt passte zu mir wie ein Massanzug»